Vielstoffgemische für den Menschen

Wenn wir von Vielstoffen oder Vielstoffgemischen sprechen, sind damit gleichermaßen naturheilkundliche und integrative Medizinansätze gemeint. Ziel ist es, einer Person unter Anwendung verschiedener Maßnahmen zum bestmöglichen gesundheitlichen Zustand zu verhelfen. Ein gesunder Lebensstil, eine positive mentale Einstellung und eine ausgewogene Ernährung sind für unsere Gesundheit ebenso wichtig. Sollten wir dennoch erkranken, können altbekannte Arzneipflanzen sowie tierische und mineralische Präparate bei der Genesung unterstützen oder präventiv vor Krankheitssymptomen schützen.

Traditionell überlieferte Hausapotheke

Der Mensch an sich ist ebenso ein komplexes Geschöpf aus Vielstoffen wie sein Umfeld, in dem er sich bewegt. Natürliche Schwankungen und Ungleichgewichte gehören dabei zum Alltag. Die über Jahrtausende fortdauernde Koevolution zwischen Menschen und Pflanzen formte den Erfahrungs- und Wissensschatz zur Behandlung unterschiedlichster Leiden. Noch heute sind altbekannte Hausmittel von Großeltern überliefert und im Einsatz: Wadenwickel bei Fieber, Brustwickel gegen Husten und Bronchitis, Zwiebelsaft bei Ohrenschmerzen, Ringelblumensalbe bei Schnittwunden und Verletzungen.

Pflanzliche Wirkstoffe als Bestandteil moderner Arzneimittel

Was unsere Vorfahren instinktiv nutzten und über viele Jahrtausende erprobten, ist heutzutage fester Bestandteil in der Medizin. Wichtige pflanzliche Wirkstoffe, wie schmerzlindernde Acetylsalicylsäure aus der Weide (Salix spp.), herzwirksame Digitalisglykoside aus dem Fingerhut (Digitalis spp.), sowie das in der Krebstherapie verwendete Taxol aus der Eibe (Taxus spp.) sind Beispiele aktiver Substanzen aus ursprünglich pflanzlichen Vielstoffgemischen.