Vielstoffgemische im Pflanzenreich

Der Großteil der heute gewonnenen Vielstoffgemische ist pflanzlichen Ursprungs. So ist die Anwendung von beruhigend wirkendem Lavendelöl, antibakteriellem Teebaumöl, hautpflegendem Rosenöl und vielen anderen therapeutisch genutzten ätherischen Ölen vielen geläufig. Aber auch klassische Pflanzenauszüge, wie Ölauszüge von Johanniskrautblüten zur Behandlung innerer Unruhe oder alkoholische Auszüge aus Echinacea, dem Roten Sonnenhut, zur unterstützenden Behandlung bei Erkältungssymptomen sind fester Bestandteil vieler Hausapotheken. Sie alle vereint eine natürliche Mischung unterschiedlichster Inhaltsstoffe, die sogenannten pflanzlichen Sekundärstoffe.

… als Abwehr- und Kommunikationsmittel

Vielstoffgemische, die die Gesundheit für Mensch und Tier stärken können, übernehmen in den Pflanzen als sekundäre Inhaltsstoffe nicht minder wichtige Aufgaben. Pflanzen schützen sich mithilfe dieser Substanzen vor diversen Fressfeinden, wie Insekten, Bakterien, Pilze, Viren, und gegen konkurrierende Nachbarpflanzen wie auch vor zellschädigender UV-Strahlung. Die UV-schützende Wirkung können wir häufig an einer rötlichen Blatt- oder Fruchtfärbung erkennen, so bekommen Äpfel im Sonnenlicht rote Bäckchen oder Brombeeren färben sich bis zur Reife tief Rot bis Violett.

Gleichzeitig spielen Sekundärstoffe als Farbpigmente oder Duftmoleküle eine wichtige Rolle beim Anlocken von Bestäuber-Insekten oder später zur Verbreitung der Samen. Als ortsgebundene Lebewesen sind Pflanzen nicht weniger kommunikations-, wehr- und anpassungsfähig, vielmehr haben sie eine Vielfalt an Inhaltsstoffen entwickelt, die als Gemisch hochkomplexe Aufgaben übernehmen. Diese Vielstoffe, die die Pflanzen an ihrem festen Standort resilienter machen, bieten uns Menschen eine bis heute unüberschaubare Bandbreite an biologisch wirksamen Inhaltsstoffen.